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Schallübertragung und Schallschutznachweis

Richtiger Schallschutz beginnt bei der Planung: Die Art der Nutzung von Gebäuden, die Grundrissgestaltung sowie das Baumaterial wirken sich auf den erzielbaren Schallschutz aus. Horizontale und vertikale Schall-Längsdämmung sind konstruktive Lösungen im Massivbau. Mit dem so genannten Ziegel-Schallschutz-Rechner kann insgesamt die Schalldämmung auch unter Berücksichtigung der Schalldämmmaße hoch wärmedämmender Lochsteine einfach und sicher prognostiziert werden.

Zunächst sollte bei hoch wärmedämmenden Hochlochziegeln (Außenwand) ein Stumpfstoß vermieden und die schwere Wohnungstrennwand in die Außenwand eingebunden werden. Ein ausreichender Schallschutz der Wohnungstrennwand kann über die flächenbezogene Masse erreicht werden. Es ist also ein fester Verbund zwischen der hoch wärmedämmenden Außenwand und der schweren Wohnungstrennwand sinnvoll. Die flankierende Schallübertragung bei leichten Trennwänden kann durch eine Entkopplung reduziert werden. Die Ziegelindustrie bietet hier beispielsweise das patentierte Ziegel-Innenwand-System (ZIS) an: Das System besteht aus Ziegeln für leichte Trennwände und den so genannten Entkopplungs- und Ansatzprofilen (EAP-Profil) für Wände und Decken. Durch diese Profile werden die leichten Trennwände von den flankierenden Wänden schalltechnisch entkoppelt und die Übertragung wesentlich reduziert.

Die Unipor-Ziegel-Gruppe bietet mit dem elastischen Wandlager Schöck Tromur für die vertikale Schall-Längsdämmung eine konstruktive Lösung an. Bei diesem Produkt handelt es sich um eine 6 mm dicke Bahnware aus beschichtetem Elastomergranulat. Diese wird am Wandfuß eingebaut und kann sowohl bei tragenden als auch nicht tragenden Wänden eingesetzt werden. Das Stoßstellendämmmaß (Kij) wird durch Schöck Tromur um bis zu 4 dB verbessert, ohne die Statik der tragenden Wand nachteilig zu beeinflussen. Zudem zeichnet sich das optimierte Wandlager durch einen hohen Feuerwiderstand aus und ist damit auch bei Brandwänden einsetzbar.

München-Germering: Schallschutznachweis am konkreten Bauobjekt

In München-Germering wurde die Schalldämmung eines Mehrfamilienhauses in nahezu bezugsfertigem Zustand gemessen. Das mehrgeschossige Objekt mit sieben Wohneinheiten wurde mit dem Mauerziegel Unipor WS 12 Coriso in Kombination mit dem Wandlager Schöck Tromur gebaut und die Bemessung von einem unabhängigen Ingenieurbüro durchgeführt. Die Messungen für die Luftschalldämmung wurden für die ungünstige Raumsituation (Eckraum) zwischen dem oberen und dem unteren Eltern-Schlafzimmer durchgeführt. Die Prüfung ergab einen durchschnittlichen Wert von R'W = 57 dB. Gemäß DIN 4109 Beiblatt 2 gilt ein Wert von R'W = 55 dB oder größer als erhöhter Schallschutz. Somit erfüllt das geprüfte Objekt sogar einen "erhöhten Schallschutz" bei einem sehr guten Wärmeleitwert von lR 0,12 W/(mK) und einem U-Wert von 0,30 W/(m²K).

Computergestützter Schallschutznachweis

Die Ziegelindustrie verwendet bereits in der Praxis den so genannten Ziegel-Schallschutz-Rechner in der aktuellen und einheitlichen Version 1.7. Mit dem Programm kann insgesamt die Schalldämmung auch unter Berücksichtigung der Schalldämmmaße hoch wärmedämmender Lochsteine einfach und sicher prognostiziert werden. Für geplante Massivgebäude kann der Schallschutz einerseits für die horizontale Schallübertragung zwischen zwei nebeneinander liegenden Räumen als auch die vertikale Übertragung berechnet werden. Für die Berechnung benötigen Nutzer nur wenige Schritte: Direktdämmmaße und Stoßstellendämmmaße stehen in einer herstellerbezogenen Datenbank zur Verfügung oder können individuell zusammengestellt eingegeben werden. Über wenige Mausklicks wird die Raumgeometrie zugrunde gelegt, wobei die jeweiligen Räume auch gegeneinander versetzt angeordnet sein können. Der mit dem Ziegel-Schallschutz-Rechner ermittelte Planungswert ist in guter Übereinstimmung mit den Rsitu-Werten in München-Germering. Insgesamt erleichtert der Ziegel-Schallschutz-Rechner nicht nur die Arbeit, sondern erhöht zudem die Planungssicherheit – gemäß der bald harmonisierten DIN 4109.

Mit einer Novellierung der DIN 4109 auf Grundlage des EU-Berechnungsverfahren können realistisch zu erwartende Schalldämmwerte ermittelt werden. Die deutsche Mauerziegelindustrie hat frühzeitig konstruktive Lösungen auf den Markt gebracht, die sogar einen erhöhten Schallschutz möglich machen und gleichzeitig für eine optimale Wärmedämmung sorgen. Ein guter Schallschutz bei gleichzeitig hoher Wärmedämmung fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern wird zunehmend auch vom Gesetzgeber verlangt. Der Bau von Mehrfamilienhäusern wie in München-Germering wird – zumindest bei der Unipor-Ziegel-Gruppe – nicht die Ausnahme bleiben.

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    3834
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    09.01.2018