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Software für die Formel-1-Rennstrecke in Abu Dhabi

Die Formel-1-Saison 2010 hatte ihren Höhepunkt vom 12. bis 14. November auf der Rennstrecke Yas Marina in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Beim Konstruieren der Tribünen und der sonstigen Bauten wurde die finnische Software Tekla Structures eingesetzt. Die Yas-Marina-Rennstrecke wurde im letzten Jahr nur einen Monat vor dem Eintreffen des Formel-1-Zirkus fertiggestellt. Die Organisatoren des Grand Prix von Abu Dhabi konnten das Rennen gegen die Zeit nicht zuletzt dank der effektiven Gebäudedaten-Modellierung (Building Information Modeling, BIM) des Konstruktionsbüros Ingenieur-Contor Weckmann GmbH (ICW) gewinnen.

ICW war für die Planung und Modellierung der Tribünen sowie der sonstigen Bauten wie etwa des Medienzentrums und der Wartungsgebäude verantwortlich. Außerdem hat die Firma auch die Stützkonstruktionen des Dachs modelliert, das den Zuschauern in den Vereinigten Arabischen Emiraten Schutz vor der gleißenden Sonne bietet. Der knappe Zeitplan erforderte eine enge Zusammenarbeit der Konstrukteure von ICW mit dem Hersteller der Stahlkonstruktionen, dem Architekten und den Akteuren auf der Baustelle. Nur so war es möglich, die Konstruktionen rechtzeitig anzufertigen, zur Baustelle zu bringen und zu montieren. "Ich schätze, dass wir unsere Produktivität beim Yas- Marina-Projekt dank Tekla Structures um über 30 Prozent steigern konnten", so Dipl.-Ing. Torsten Weckmann, der bei ICW für die Bauten in Abu Dhabi verantwortlich war und inzwischen für die Joachim Stahlbau GmbH als Gebietsleiter Nahost tätig ist. Die Daten, die Tekla Structures z. B. zur Detaillierung und zur Steuerung der Stahlproduktion liefert, haben die Arbeit beschleunigt und zu einem präziseren Ergebnis geführt. Da man auf der Baustelle keine Planungsfehler zu korrigieren hatte, konnte man die aus Deutschland angelieferten Stahlkonstruktionen fristgerecht aufstellen.

Planungsarbeit auf mehreren Kontinenten

ICW wickelte die gesamte mit den Konstruktionen verbundene Kommunikation über die Web-Anwendung von Tekla ab. Diese Arbeitsweise ermöglichte eine effizientere Kooperation der in verschiedenen Teilen der Welt ansässigen Projektbeteiligten. Für die Anwendung der Webmodelle ist es nicht nötig, dass man die Software Tekla Structures besitzt, die Modelle lassen sich direkt über den Internet-Browser einsehen. "Dank der Webmodelle waren wir in der Lage, die aus verschiedenen Kontinenten und Zeitzonen eintreffenden Konstruktionsdaten zu bearbeiten. Und wir konnten auch unserem Kunden, der nicht über Tekla Structures verfügt, den Fortschritt der Arbeit demonstrieren”, erklärt Weckmann. "Um die Arbeit zu beschleunigen, arbeiteten zu Spitzenzeiten mehr als ein Dutzend Konstrukteure per Internet an ein und demselben Modell im Multi-User-Modus. Das hat uns eine Menge Zeit und Kosten gespart. Insgesamt konnten wir durch den Einsatz von BIM-Software die Kosten um ca. 20 Prozent senken." "Das Yas-Marina-Projekt ist ein Beweis für die Möglichkeiten, die BIM bietet. Das ICW-Projekt in Abu Dhabi hat gezeigt, dass Tekla Structures einen erheblichen Nutzen bringt – selbst, wenn die Konstrukteure bislang noch keine Erfahrung mit der Software haben”, erläutert Laura Virros, Leiterin der Einheit Project Delivery bei Tekla.

Arabische Version von Monaco

Die Yas-Marina-Rennstrecke hat ca. 900 Millionen € gekostet. Sie wurde als arabisches Gegenstück zur Rennstrecke von Monaco konzipiert. Sie schlängelt sich in 21 Kurven über die künstliche Insel vor der Küste von Abu Dhabi, führt am Yachthafen vorbei und in mehreren langen Geraden und engen Kurven weiter direkt durch das Yas-Hotel hindurch. An der Strecke gibt es vier Tribünenbereiche. Der Yas Marina Circuit ist die größte Sportarena der Welt mit stationärer Beleuchtung und eine der wenigen Rennstrecken, auf der die Rennen abends gefahren werden. Entworfen wurde die Rennstrecke von dem bekannten Formel-1-Designer Hermann Tilke. Die Stahlkonstruktionen wurden in Deutschland von der Fa. Stahlbau Queck gefertigt und mit Containerschiffen nach Abu Dhabi transportiert. Temperaturen von über 40°C, der Wüstensand und die hohe Luftfeuchtigkeit erschwerten die Arbeit zusätzlich.

Bautafel - Yas Marina Circuit, Yas Island, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate

Kapazität der Tribünen: 50000 Personen
Eröffnung: Oktober 2009
Baukosten: 893 Millionen €
Architekt der Rennstrecke: Hermann Tilke
F1 Grand Prix Rennstrecke
Länge: 5554 m
Kurven: 21
Streckenrekord: 1:40,279 (Sebastian Vettel, Red Bull Racing, 2009)

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    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016