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Software unterstützt Ausbauarbeiten auf der A 40

Die Bundesautobahn 40 (A 40) wird derzeit umgebaut. Hierbei entsteht ein großes Autobahnkreuz, es werden eine neue Brücke sowie zusätzliche Stützwände erstellt und die Fahrbahn kann künftig sechsspurig genutzt werden. Im Zuge dieser Bauarbeiten werden zahlreiche Bohrpfähle errichtet, deren Bewehrungskörbe mit einer speziellen Software erstellt wurden.

Die A 40 von Duisburg bis Dortmund-West und die B1 im Stadtgebiet von Dortmund bilden gemeinsam den sogenannten "Ruhrschnellweg". Heute verknüpft die A 40 den niederländischen Wirtschaftsraum mit den ostdeutschen, polnischen und ukrainischen Wirtschaftszentren – die A 40 gehört zu den Schnellstraßen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen in Deutschland. Da die bislang vierspurige Strecke dem Kraftfahrzeugverkehr nicht mehr gewachsen ist, wird sie derzeit umgebaut und erweitert.

Bau in Abschnitten

Die Umbauarbeiten der A 40 finden in drei Abschnitten statt, die Kosten liegen insgesamt bei ca. 100 Millionen €. Im letzten und umfangreichsten Bauabschnitt wird die Autobahn von der Walzwerkstraße bis zur Brücke "Erzbahntrasse" ausgebaut. Darüber hinaus entsteht eine neue Brücke, die nach Angaben des Bundeslandes NRW zukünftig von ca. 100000 Kraftfahrzeugen täglich genutzt wird. Aufgrund des hohen Pkw- und Lkw-Verkehrs sowie des Eigengewichts des Bauwerks treten bei der Brücke immense Kräfte auf, die sicher in den Grund abgeleitet werden müssen. Um dies zu gewährleisten, entschieden sich die verantwortlichen Planer für Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,20 bis 1,80 m und einer Länge von 25 m. Sie werden von der Fa. Kukor aus Völklingen ins Erdreich eingebracht. Die Bewehrungskörbe wurden vom Brühler Stahlhandel hergestellt und auf die Baustelle gebracht.

Alles aus einer Hand

Der Brühler Stahlhandel wurde 1980 gegründet und vertreibt Baustahlmatten, Bleche und Röhren aus Walzstahl sowie Pfahlbewehrungen. Für das Brückenfundament der A 40 erstellte das Unternehmen ca. 125 Bewehrungskörbe und für das Fundament einer Stützwand, die ebenfalls im Rahmen der Autobahnbaumaßnahmen errichtet wurde, weitere 80 Stahlkörbe. Darüber hinaus zeichnete der Stahlhandel die dazu notwendigen Pläne selbst – eine Arbeit, die üblicherweise von speziellen Planungsbüros übernommen wird. Um diese Aufgabe effizient erledigen zu können, entschied sich die Unternehmensführung des Stahlhandels dazu, eine eigens hierfür entwickelte Software anzuschaffen und nahm Kontakt mit der Fa. DICAD Systeme, Köln, auf. Diese erarbeitete mit dem Stahlhandel einen Katalog der Anforderungen, die die neue Software zu erfüllen hatte. Anhand dessen entwarf DICAD eine Speziallösung für Bohrpfähle innerhalb der allgemeinen STRAKON Software. Diese strukturiert und vereinfacht die Planungsarbeit des Brühler Stahlhandels in vielfacher Hinsicht.

Geführte Eingabe

Die speziell entwickelte Software führt eine Folge von vorgegebenen Befehlen bzw. Aktionen aus, was für den Brühler Stahlhandel bedeutet, dass der Anwender Schritt für Schritt bei der Eingabe der notwendigen Daten unterstützt wird. So ist ausgeschlossen, dass wichtige Angaben fehlen oder Bauelemente vergessen werden. Das Programm kann sogar von Laien bedient werden. Besonders anwenderfreundlich ist die Software auch dadurch, dass sie dem Nutzer unterschiedliche Vorschläge anbietet, zwischen denen er wählen kann. Beispielsweise schlägt sie für den Steher am Kopf des Tragwerkskorbs die Varianten "Schlaufen", "um 90° gebogen" oder "aufgebogen" vor. Dabei berücksichtigt STRAKON stets die Vorgaben aus Bewehrungsführung, Konstruktions- und DIN-Regeln. Sollte der Entwurf eines Bewehrungskorbes nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen, z. B. weil die Bewehrung zu dicht angebracht wurde, was zu Problemen beim Betonieren führen kann, bietet das Spezialprogramm die Möglichkeit der Variantenbildung. So lassen sich quasi per Mausklick schnell unterschiedliche Versionen eines Bewehrungskorbes anfertigen und grafisch wiedergeben.

Fehler vermeiden, Produktion unterstützen

Vor der Anschaffung des Programms zeichnete der Brühler Stahlhandel die Pläne zum Bau der Bewehrungskörbe noch von Hand. Hierzu skizzierten die Mitarbeiter des Unternehmens den Aufbau der Körbe und arbeiteten mit Excel-Listen. Dies führte dazu, dass Fehler häufig erst bei der Produktion auffielen und erst dann verbessert werden konnten. Auch in diesem Bezug stellt die speziell für Bohrpfähle entwickelte Software eine wesentliche Arbeitserleichterung dar. Das Programm überprüft eventuelle Unstimmigkeiten schon bei der Eingabe der Daten und weist den Softwarenutzer unverzüglich darauf hin. Darüber hinaus stehen die Produktionsdaten zur Verfügung und müssen nicht noch zusätzlich angefertigt werden. So verringert sich die Zeit für Planung, Produktion und eventuell Korrekturen um 80 % des ursprünglichen Zeitbedarfs. Zudem fasst die spezielle Software alle Daten, die für die einzelnen Bewehrungskörbe eingegeben werden, noch einmal in Listen zusammen und erleichtert hierdurch die Nachbestellung der verbrauchten Materialien. Für den Brühler Stahlhandel bringt die Anschaffung des Programms eine Vereinfachung der täglichen Arbeit mit sich und macht es dem Unternehmen möglich, Großaufträge wie den der A 40 termingerecht abzuwickeln. Die Fa. DICAD Systeme hat inzwischen die Speziallösung für Bohrpfähle auf den Markt gebracht und bietet damit auch anderen Baustahlhändlern die Chance einer wirtschaftlicheren Planung und Produktion.

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Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3643
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016