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Stabilisierung von Rutschhängen mit lokal anstehendem Schüttmaterial und hochzugfesten Geoverbundstoffen

In den letzten drei Jahrzehnten ist eine steigende Akzeptanz beim Einsatz von Geokunststoffen zur Bewehrung von Erdstützkörpern (KBE) bemerkbar. Dies ist durch mehrere mit dieser Bauweise verbundene Vorteile begründbar: Ein wichtiger Punkt ist die wirtschaftliche Komponente – durch Verwendung von Boden und Geokunststoff sinken die Materialkosten, der Aufbau der Stützkonstruktion bedarf keiner Fachkräfte, die Arbeiten sind mit den Richtwerten des Erdbaus anzusetzen.

Die Bemessung von Geokunststoffbewehrten Erdstützkonstruktionen wird durch verschiedene Regelwerke abgedeckt, die Bemessungswerte für die verwendeten Geokunststoffe sind durch normierte Prüfungen vorgegeben und lassen Prognosen über die Beständigkeit und das Langzeitverhalten zu.

Die Funktion des Geokunststoffs ist die Bewehrung des Bodens durch Erhöhung der Scherfestigkeit. Die Wechselwirkung zwischen Geokunststoff und Boden funktioniert über Reibung. Die einzelnen Bodenteilchen übertragen über Reibung Scherkräfte in den Geokunststoff, dies führt zu Produktverformung und dadurch zu einer Zugkraftaktivierung. Der Geokunststoff wiederum gibt durch seine Verformung Druckkräfte an den Boden zurück und erhöht somit den Scherwiderstand des gesamten bewehrten Erdkörpers. Diese Wechselwirkung führt zu einem neuen Verbundmaterial: Bewehrter Erde. Der Geokunststoff wird lagenweise horizontal in den Boden eingelegt. Der Abstand der Lagen bzw. deren Länge und die benötigte Zugfestigkeit sind das Ergebnis aus Gleichgewichtsbetrachtungen. Speziell im Falle von Hangrutschungen kann das Konzept der bewehrten Erde als Sanierungsmaßnahme technische und ökonomische Vorteile liefern.

Technisch gesehen, sind der gleichmäßige Lasteintrag und das vergleichsweise geringe Gewicht (nur Bodenmaterial) als Vorteil auf instabilen Hängen zu werten. Speziell bei Wiedereinbau der abgerutschten Bodenmasse können Transport- und Materialkosten minimiert. Bei nicht bindigem Bodenmaterial kann auf Geogitter der Type Miragrid GX zurückgegriffen werden.
Wird bindiges Schüttmaterial eingebaut, funktioniert der Geoverbundstoff TenCate Rock PEC sowohl als Bewehrungskunststoff als auch als Entwässerungselement im Schüttkörper. Das Material besteht aus einem Trägervlies, welches Poren- und Sickerwässer vom Boden aufnimmt und in seiner Struktur ableitet. Die auf dem Trägervlies aufgebrachten hochzugfesten Bewehrungsgarne gewährleisten die dauerhafte Bewehrungsfunktion des Produktes.

Ein umfangreicher Bericht zur vorliegenden Thematik wurde von Dipl.-Ing. Jürgen Gruber (TenCate Geosynthetics Austria Ges.m.b.H.) im Rahmen des 24. Christian Veder Kolloquiums 2009 in Graz veröffentlicht.

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    Datenseite
  • Product-ID
    3945
  • Veröffentlicht am:
    30.04.2012
  • Geändert am:
    03.03.2020