• de
  • en
  • fr
  • Internationale Datenbank für Ingenieurbauwerke

Tiefgaragensanierung mit integriertem Abdichtungskonzept

Die Tiefgaragen einer großen Eigentümergemeinschaft in Mutterstadt/Rheinland-Pfalz konnten in starken Regenperioden jahrelang nicht genutzt werden. Das Grundwasser staute sich bis zu 10 cm über der Parkebene. Kern der Sanierung war deshalb eine Ertüchtigung mit integriertem Abdichtungskonzept, d. h. der nachträgliche Einbau einer Weißen Wanne.

Die Tiefgaragenanlage in der Ritterstraße gliedert sich in zwei Einheiten mit 2100 und 1150 m². Beide Einheiten sind Stahlbetonkonstruktionen. Jedoch waren die Bodenplatten mit einer durchschnittlichen Bauteildicke von 10 cm unterdimensioniert und nach jahrelanger Nutzung überaus stark gerissen. Zusätzlich stellte sich während der Sanierungsmaßnahme heraus, dass die Streifenfundamente nicht in der vorgegebenen Tiefe gegründet waren. Deshalb wurde die neue Bodenplatte als tragende Konstruktion ausgebildet.

Das Sanierungskonzept, dem die Eigentümergemeinschaft ihre Zustimmung gab, sah vor, dass beide Garagen nacheinander in Angriff genommen wurden. Kern der Tiefgaragensanierung war das Ertüchtigungskonzept des Ingenieurbüros Hick + Partner, die auch für die Generalplanung verantwortlich waren. Das integrierte Abdichtungskonzept – der nachträgliche Einbau einer Weißen Wanne – erstellte die Drytech Zentrale Deutschland. Es beinhaltete die Abdichtungsplanung, -ausführung und -überwachung und die Gewährleistung.

Dabei wurde die große Tiefgarage in drei Bauabschnitte unterteilt. Als erster Schritt wurde die jeweilige Betonbodenplatte ausgebaut und der Unterbau ausgekoffert, um eine ausreichende Konstruktionshöhe für die neue Bodenplatte mit 25 cm Dicke und die Sauberkeitsschicht zu erlangen. Nachdem die Bodenplatte inklusive dem Unterbau auf ihr neues Niveau ausgebaut war, wurden die Sauberkeitsschicht und eine zweilagige PE-Folie eingebaut. Im Nachgang wurden in die Streifenfundamente der Umfassungswände und die Stützenfundamente Bohrungen für die Anschlussbewehrungen gesetzt. Die Anschlussbewehrungen wurden in zuvor gesäuberte Bohrungen eingeklebt. Diese nachträglichen Bewehrungsanschlüsse sind bei Sanierungen, Anschlüssen von neuen Bauteilen an bestehende Gebäudeteile sowie Verstärkungen von Stahlbetonkonstruktionen üblich. Anschließend wurden entlang der Betonwände Injektionsprofile zur Abdichtung der Arbeits- und Anschlussfugen montiert. Die Montage erfolgte zwischen den Anschlussbewehrungen. Auch jedes Stützenfundament wurde rundherum mit einem DRYset-Injektionsprofil als Ring ausgestattet. Als Sollrisselemente Boden/Boden wurden beschichtete Pentaflexprofile mittig zwischen Unter- und Oberbewehrung eingebaut. Die Bodenplatten wurden zuvor in Felder mit optimalen Abmessungen aufgeteilt. Anschließend wurde der WU-Beton (C 30/37,W/Z £ 0,55) eingebaut und verdichtet. Nachdem der Schwindprozess im Beton abgeschlossen war, wurden die Injektionsprofile mit DRYflex, dem dauerelastischen Injektionsharz, injiziert. Das Besondere bei diesem System ist, dass es jeder Zeit wieder nachinjiziert werden kann.

Die Weiße Wanne – auch der nachträgliche Einbau wie hier bei der Tiefgaragenertüchtigung – System Drytech beruht auf dem Verpressen der DRYset-Injektionsprofile mit elastischem Injektionsharz DRYflex in die fertige Baukonstruktion, durch die im Voraus verlegten Injektionsprofile. Die DRYset-Injektionsprofile dienen als Transportkanal. Der im Profil eingelegte Schaumstoff verhindert wirkungsvoll, dass beim Betonieren Beton in den Injektionskanal dringt und diesen verstopft. Im Beton wird so ein künstlicher Hohlraum eingebaut. Dieser Hohlraum wird nach dem Schwindvorgang des Betons mit DRYflex, dem dauerelastischen Injektionsharz, verpresst. Das System ist witterungsunabhängig und die Betonoberflächen müssen nicht vorbehandelt werden. Das Injektionsharz wird in seiner Reaktionszeit, der Viskosität und den Eigenschaften variabel auf den Anwendungsfall eingestellt. Das Harz wird so eingestellt, dass feinste Kapillare und größere Hohlräume, Fugen und Kiesnester ausgefüllt werden. Nach dem Verpressvorgang verfestigt sich das Harz zu einer elastischen Masse mit dauerhafter Dichtfunktion. Da die Abdichtung im Bauteil liegt, ist sie geschützt. Beim Verpressvorgang mit von Drytech entwickelten Injektionsmaschinen polymerisiert das Harz. Durch den eigenen Quelleffekt wer werden Risse und Leckagen durch Druck und Anlehnung an die Betonflanken dauerhaft versiegelt. Die reaktive und die reversible Ausdehnungsfähigkeit sind dauerhaft. In Labortests wurden 100 Übergänge getestet, was einem Zeitraum von 20 Jahren gleichzusetzen ist.

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6186
  • Erstellt am
    25.03.2013
  • Geändert am
    11.12.2014