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Transparente Offenheit: Bundesschulzentrum in Wörgl, Tirol

Das Bundesschulzentrum in Wörgl wurde von 1970 bis 1973 nach Plänen des durch seine Schulbauten bekannt gewordenen Architekten Viktor Hufnagl als Typ "Hallenschule" errichtet. Damals wurde das Objekt im Rahmen eines Forschungsauftrags der Studiengemeinschaft für "Vorfertigung im Schulbau" des Bundesministeriums für Bauten und Technik als Testbau mit experimentellem Charakter umgesetzt.

Die Ausführung erfolgte mit Fertigbauteilen, da die Forderung nach Vorfabrikation erfüllt werden musste. Es bestand der Anspruch, die Anlage auch öffentlich zu nutzen, deshalb wurde das städtische Hallenschwimmbad integriert. Die Modellschule beherbergt heute ein Bundesrealgymnasium, eine Handelsakademie, eine Handelsschule und die städtische Schwimmhalle.

Sichere Abdichtung für stark beanspruchte Bereiche

Geprägt werden die Baukörper durch kompakte Hallen mit Atrium und Freiluftterrassen. Über die multifunktionale Mehrzweckhalle, der alle Gemeinschaftseinrichtungen zugeordnet sind, erschließen Treppen, Balustraden und Galerien alle anderen Funktionsbereiche. Der offene Charakter der Konstruktion unterstreicht das Selbstverständnis der Schule, kulturelles Bildungszentrum und Haus der Begegnung für die ganze Stadt zu sein.

Um den Anspruch nach größtmöglicher Transparenz und Übersichtlichkeit zu erfüllen, wurde das Schulzentrum architektonisch nach geometrischen Ordnungsprinzipien konstruiert. Um die Zentralhalle, ein quadratischer, dreigeschossiger Mitteltrakt, der durch eine Vielzahl von Lichtkuppeln mit natürlichem Tageslicht beleuchtet wird, gruppieren sich drei dreigeschossige Unterrichtstrakte sowie der Sportbereich als kreuzförmige Stufenpyramide. Diese ist auf einem umlaufenden Sockelplateau begehbar. Der gezielte Einsatz verschiedener Farben lockert das prägende Ambiente der vorgefertigten Stahlbetonelemente auf. Im Innenbereich dominiert Sichtbeton. Die quadratische Struktur wird durch die dicht an dicht liegenden Lichtkuppeln aufgenommen und wiederholt sich als Gestaltungselement auf dem Boden.

81 Lichtkuppeln dicht an dicht

Im Rahmen der Generalsanierung wurden die Flachdächer mit den charakteristischen Lichtkuppeln mit Kemperol V 210 saniert. Aus ökonomischen Gründen – minimale Flächen mit einer Vielzahl von Aufkantungen und Durchdringungen – war hier der Einsatz einer Flüssigabdichtung erste Wahl.

Insgesamt wurden 81 Lichtkuppeln auf dem Mitteldach (ca. 650 m²) und 3 x 9 Lichtkuppeln auf den Seitenteilen (ca. 240 m²) abgedichtet. Bedingt durch den Sichtbeton, verlaufen alle elektrischen Leitungen oben auf dem Dach. Dadurch ergibt sich auf den Seitendächern ein relativ komplizierter Aufbau: Auf der durch Leitungen häufig durchbrochenen Dampfsperre liegt eine Schüttung, in der die Kabel verlegt sind. Dann folgen eine erste Bitumenabdichtung sowie eine Gefälledämmung aus Polyurethan-Platten, die wiederum mit drei Schichten Bitumen überarbeitet worden ist.

Im Umfeld der Lichtkuppeln kam statt der drei Lagen Bitumen eine selbstklebende Bitumenbahn zum Einsatz, die mit einer D-Grundierung vorbehandelt wurde. Die Verlegung erfolgte im Zweischichtverfahren: Die erste Lage wird auf dem Untergrund vorgelegt und das Armierungsvlies blasenfrei eingerollt. Abschließend wird die Oberfläche mit einer Nachlage nass-in-nass satt durchtränkt. Vollflächig haftend härtet der Flüssigkunststoff vor Ort zu einer homogenen, 2 mm dicken Abdichtung aus. Die Anbindung der dauerelastischen Flüssigabdichtung an die Bitumenflächen sowie an andere Materialien wie Metalle oder Beton ist problemlos.

Bei der Abdichtung des Sockelbereichs der Gebäude – ca. 1000 lfd. m Portalanschlüsse - wurden die Hochzüge bis an die Fenster- und Türelemente geführt bzw. bis über die Spritzwasserhöhe. Geländerbefestigungen wurden in die Flächenabdichtung einbezogen und frei bewitterte Brüstungselemente aus Beton separat abgedichtet. Für die Eingangsbereiche hatte der Auftraggeber aus optischen Gründen teilweise schwarz eingefärbtes Kemperol vorgeschrieben.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7008
  • Erstellt am
    17.10.2013
  • Geändert am
    18.09.2014