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Transport von Windenergieanlagen

Die TII-Gruppe (Scheuerle, Nicolas und Kamag) bietet maßgeschneiderte Lösungen für den zuverlässigen Transport von Offshore- und Onshore-Windenergieanlagen (WEA). Mit neuen Fahrzeugkonzepten zum Transport von Rotorblättern, Gondeln und Turmsegmenten präsentierte sich die Gruppe auf der diesjährigen bauma in München. Scheuerle stellte mit seinem zum Patent angemeldeten Windflügeladapter eine Weltneuheit vor. Darüber hinaus zeigten die Unternehmen innovative Entwicklungen wie den Windturmadapter von Nicolas, mit dem neben Turmsegmenten auch Vestas V90 Gondeln gefahren werden können.

Ein Highlight im Transport von WEA-Teilen bringt Scheuerle auf den Markt: eine neue Form des Transports von Rotorblättern für die finale Strecke zu einem WEA-Standort in schwer zugänglichem Gelände. Wo früher mühselige Kurvenmanöver beim Befahren von Serpentinen oder sogar das Abladen des Fahrzeugs und Umschwenken der Ladung mit Kran zum schwierigen und zeitaufwendigen Hindernis wurden, bietet Scheuerle jetzt die optimale Lösung mit dem bereits zum Patent angemeldeten Windflügeladapter. Dieser kann ganz unkompliziert entweder auf den selbst angetriebenen InterCombi SP (self-propelled) oder auf eine gezogene Plattenbrücke montiert werden. Darüber hinaus verfügt er über eine Hebe-, Senk- und Schwenkvorrichtung. In engen Kurven bewegt die Hebe- und Senkfunktion den Flügel über Funksender einseitig nach oben, so dass die Flügelspitze in einem Winkel von bis zu 23° in den Himmel ragt, nach rechts oder links schwenken kann und so über Stützmauern, Bäume, Gebäude oder andere Hindernisse hinweg "schwebt". Zusätzlich kann der Flügel um die eigene Längsachse gedreht werden und wird – unter Berücksichtigung der Windlasten – aus dem Wind gedreht. Somit ist die Standsicherheit des Fahrzeugs gewährleistet. Dieses neue Scheuerle-System kann sowohl bei Sattelkombinationen als auch bei Selbstfahrern eingesetzt werden. Montiert auf einer Plattenbrücke und gezogen von einer Zugmaschine mit Schwanenhals, ist die Kombination je nach Länge des Flügels kuppelbar mit dem konventionellen Scheuerle InterCombi. Wird der Adapter auf dem InterCombi SP befestigt, erfolgt der Antrieb über ein PPU (PowerPack Unit). Hier wird der Adapter direkt auf die Ladefläche der Plattform geschraubt.

Adaptertechnik vielseitig einsetzbar

Der Transport von Windturmsegmenten kann je nach Turmausführung mit Kesselbrücken oder mit speziellen Turmadaptern erfolgen. Die Adapter der TII-Gruppe können durch einfache Montage auf die jeweiligen Rohrdurchmesser eingestellt und mit dem Turmsegment kraftschlüssig verbunden werden. Eine Neuheit stellte Nicolas mit seiner innovativen, teleskopierbaren Adaptertechnik auf der bauma vor. Mit diesem Adapter können nun nicht nur Windtürme gefahren werden. Er ist ebenfalls ausgerichtet für den Transport von Vestas V90 Gondeln. Der Adapter verfügt über spezielle Einspann-Vorrichtungen, die es ermöglichen, die Gondeln sicher zu transportieren. Bei Transporten von Windturmsegmenten können Segmente bis zu 120 t und einem Innendurchmesser von 5500 mm bewegt werden. Mittels Fernsteuerung wird der Adapter an das jeweilige Segment exakt angepasst. Das gesamte Adapter-System, d. h. Adapter + Tragschnabel + Schemel, bringt dabei ein Gewicht von lediglich 19 t auf die Waage. Der Nicolas-Adapter ist kompatibel mit den Plattformwagen der Schwestergesellschaften Kamag und Scheuerle. Auch Scheuerle präsentierte auf der bauma einen neuen Windturmadapter. Ausgelegt für Windturmsegmente bis zu 90 t mit einem Durchmesser von bis zu 5000 mm, ist der neue Adapter mit der gesamten Scheuerle Combi-Reihe (EuroCombi, FlatCombi, InterCombi) sowie dem Scheuerle-Kamag K25 kompatibel. Hierbei kann der Adapter entweder direkt an die Plattform montiert oder als Freidreheinrichtung mit Tragschnabel und Schemel genutzt werden. Auf Kundenwunsch kann der Windturmadapter ebenfalls für den von Scheuerle speziell für den amerikanischen Markt entwickelten WideCombi ausgelegt werden. Die neuen Turmadapter der TII-Gruppe bieten darüber hinaus besten Bedienkomfort bei einfachem und schnellem Handling und wurden in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt.

Lösungen für den Transport der Gondeln

Zahlreiche Möglichkeiten halten Scheuerle, Nicolas und Kamag darüber hinaus für den Transport von Gondeln unterschiedlichster Gewichtsklassen bereit. Je nach Abmessung und Gewicht können Fahrzeugkombinationen konfiguriert werden, die exakt an die Transportaufgabe angepasst werden. Die Scheuerle "Combi"-Reihe, der neue Scheuerle-Kamag K25 sowie der MDEL von Nicolas sind Profis auf dem Gebiet des Straßentransports. Kombiniert mit – oder ohne – Flachbett- oder Kesselbrücken, garantieren die Kombinationen einen besonders wirtschaftlichen Transport. Für den Transport von schweren Gondeln stehen darüber hinaus die Allrounder SPMT (self-propelled modular transporter) und SPMT3000 bereit, um WEA-Teile sicher und zuverlässig auf öffentlichen Straßen sowie bei innerbetrieblichen Umsetzungen zu transportieren. Die von Scheuerle entwickelte "STEPS.3"-Steuerungstechnologie ermöglicht dabei punktgenaues Positionieren schwerster Lasten. Die elektronische Vielweglenkung macht die Kombinationen äußerst wendig und manövrierfähig. So können WEA aller Art gefahren werden, unabhängig von Länge, Höhe oder Breite.

Transportrouten mit Steigung

Abgesehen von der Vielzahl an Plattformwagen, Semi-Trailern und selbst angetriebenen Fahrzeugkombinationen, die täglich auf öffentlichen Straßen und in den Produktionsstätten der WEA-Hersteller im Einsatz sind, müssen die Rotorblätter, Turmsegmente und Gondeln auch regelmäßig an abgelegene Stellen, über unwegsames Gelände, mit oft starker Steigung gefahren werden. Hierfür haben die Ingenieure von Scheuerle eine Weltneuheit geschaffen: Der InterCombi PB, der "PowerBooster", wurde speziell für den Einsatz von Schwerlastkombinationen auf Transportrouten mit Steigung entwickelt. Der InterCombi PB verfügt über alle Eigenschaften, die die Transporteure vom Scheuerle InterCombi gewohnt sind, jedoch ist der PowerBooster mit zuschaltbaren Antriebsachsen ausgestattet und kann von einer ebenfalls zuschaltbaren PowerPack Unit angetrieben werden. Vor Fahrtbeginn startet der Fahrer das 150 kW starke PPU (PowerPack Unit). Sobald eine Zugmaschine nicht ausreichend Leistung aufbringt, um die Steigung zu bewältigen, d. h. wenn die Geschwindigkeit auf unter 14 km/h fällt, startet der Antrieb automatisch und sorgt damit für ausreichend Schub. Sobald die Steigung überwunden ist, schaltet sich der Zusatzantrieb wieder ab und die Geschwindigkeit kann entsprechend der Straßenverhältnisse wieder gesteigert werden – je nach Erfordernis bis zu 80 km/h. Der InterCombi PB kann bei Bedarf auch bei innerbetrieblichen Transporten abgekuppelt und als selbst fahrende Transportkombination über eine mobile Bedieneinheit gesteuert werden.

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3404
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    13.12.2016