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Zu Land, auf der Schiene und in der Luft

In Frankfurt wurde Ende letzten Jahres unter dem Namen The Squaire ein riesiges Gebäude eröffnet, das sowohl Raum für Büros, Hotels, Handel und Gastronomie bietet als auch zu den bedeutendsten Verkehrsknotenpunkten Europas zählt. Wenig Platz, viel Verkehr, ein Großflughafen in direkter Nachbarschaft und dazu ein riesiges Gebäude sind nur einige der Schwierigkeiten, unter denen die Verantwortlichen zu arbeiten hatten.

Schon allein die Eckdaten machen deutlich, dass es sich beim The Squaire um ein Gebäude mit außergewöhnlichen Ausmaßen handelt: Es ist 660 m lang, was der doppelten Höhe des Eiffelturms entspricht. Es hat eine Fassadenfläche von 145 000 m², was der Größe von 18 Fußballfeldern gleichkommt. Und es hat ein Gewicht von ca. 350 000 t, was sich mit der Last von 250 000 Autos vergleichen lässt. Darüber hinaus befinden sich ein internationaler Flughafen, ein ICE-Bahnhof und eine Autobahn in direkter Nachbarschaft.

Rohbauarbeiten

Für die Planung war zudem entscheidend, dass The Squaire oberhalb des bereits bestehenden AirRail-Terminals errichtet wurde. Dies brachte neben logistischen Problemen auch mit sich, dass die Lasten des Neubaus über die Stützen des Bestandsgebäudes abgeleitet werden mussten. So kommt es, dass The Squaire heute auf 86 Stützen steht und in Ebene 5 des AirRail-Terminals eine Decke eingezogen wurde, deren Aufgabe darin liegt, die Lasten der Aufstockung in das Bestandsobjekt abzutragen. Beim Bau des hierbei erforderlichen biegesteifen Stützensystems vertrauten die Verantwortlichen auf die Stützenschuhe und Ankerbolzen der Peikko Deutschland GmbH, Waldeck. Diese ermöglichen es, Betonstützen im Fertigteilwerk einfach herzustellen und effizient auf der Baustelle zu montieren. Die Stützenschuhe werden im Fertigteilwerk in den Stützenfuß einbetoniert. Für die Montage des nächsten Geschosses ist es erforderlich, Ankerbolzen in den Stützenkopf einzubauen. Die Baustellenmitarbeiter betonieren mithilfe einer Schablone die Peikko-Ankerbolzen in die Fundamentoberfläche.

Nachdem beide Bauteile ausreichend ausgehärtet sind, lassen sich die Stützen einfach durch Aufschrauben montieren. Auf der Baustelle können somit die Betonbauteile durch Verschrauben der Elemente miteinander verbunden werden. Bei The Squaire kamen ungefähr 17 000 Stützenschuhe und genauso viele Ankerbolzen zum Einsatz. Doch abgesehen davon, dass die Stützenfuß-Ankerbolzen-Kombination die Errichtung der Fertigteilstützen erleichterte, überzeugte ein weiterer Aspekt die Planer von dem System: Es lässt sich hervorragend mit dem Verbundträger Deltabeam von Peikko kombinieren.

Leichtigkeit ist Trumpf

Der Peikko-Deltabeam basiert auf einem trapezförmig geschweißten Stahlprofil, das seitlich kreisförmige Öffnungen aufweist. Mit seinen verbreiterten Unterflanschen eignet er sich ideal zur Auflagerung von Filigran-, Verbund- und Spannbetonhohldecken. Im Montagezustand wirkt der Träger als reine Stahlkonstruktion. Nach dem Auflegen vorgefertigter Deckenplatten wird der Zwischenraum vergossen, wodurch sich seine Steifigkeit erhöht. Sobald der Beton vollständig erhärtet ist, wirkt der Deltabeam als Verbundkonstruktion. Für die Bau-verantwortlichen von The Squaire sprachen letztendlich drei Aspekte für den Deltabeam: die einfache Montage, das geringe Gewicht und der niedrige Deckenaufbau.

Schlanke Decken ermöglichen Zusatzebene

Da beim Frankfurter Objekt die Lasten des Neubaus auf eine bereits bestehende Tragstruktur abgeleitet werden mussten, war es von großem Vorteil, dass eine Decke, die mithilfe von Deltabeam-Elementen und Fertigteildeckenplatten gefertigt wird, ungefähr 30 % leichter ist als eine massive Betondecke. Auch der zweite Vorzug des Deltabeams – seine geringe Höhe – kam bei The Squaire voll und ganz zum Tragen. Dies führte dazu, dass eine zusätzliche Ebene eingebaut werden konnte, die für technische Installationen genutzt wird. Möglich ist dies, da sich der Deltabeam-Träger vollkommen in die Decke integriert, während sich ein normaler Deckenunterzug unterhalb der eigentlichen Decke befindet. So konnten pro Stockwerk ca. 20 cm Platz gespart werden. Mit dem Deltabeam und dem Ankerbolzen-Stützenschuh-System leistete Peikko einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Frankfurter Bauvorhabens. Heute besticht The Squaire durch seine außergewöhnliche Architektur und angenehme Raumatmosphäre. Das Objekt ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sondern bietet auch Raum für Erholung, Shopping und Konferenzen.

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Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland (2011)

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7026
  • Erstellt am
    07.11.2013
  • Geändert am
    10.09.2014